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Die Liste Pilz ist keine Option für linke Plattformen

Wednesday 21 February 2018, by mond


Manche in der Linken schielen auf den Erfolg der Liste Pilz und denken darüber nach die Liste in etwaige Plattformen einzubinden.

Die Liste Pilz ist eine Abspaltung der Grünen, jedoch ganz klar auf der rechten Seite. Forderungen der Liste waren: Obergrenzen für Flüchtlinge, Lager außerhalb der EU. Ein internes Strategiepapier trägt den Titel "Österreich zuerst"(!), Pilz macht mit Heimat und Islamkritik auf sich aufmerksam. Vom sexistischen Verhalten ganz zu schweigen. Und Pilz war einer der ersten die sich im Yugoslavien Krieg für Bombardierungen einsetzte.

Vor einigen Jahren gab es in Wien eine Kampagne die Hundebesitzer zum Benutzung der entsprechenden "Sackerl" aufgerufen hat ("Nimm ein Sackerl für dein Gackerl"). Die GAJ Wien (eine Jugendorganistation der Grünen hat daraus einen witzigen Aufkleber mit dem Titel "Nimm ein Gaggerl für dein Flaggerl" gemacht. Peter Pilz hat das damals gar nicht witzig gefunden und sofort den Ausschluss der Verantwortlichen gefordert. http://www.streifzuege.org/2008/gag...

Aber Pilz ist jetzt weg? Im Hintergrund scheint er immer noch sehr aktiv und es gilt jedenfalls, dass die Personen auf seiner Liste ganz offensichtlich alle KEIN Problem mit seinen Positionierungen hatten. Insofern also jedenfalls mitverantwortlich sind.

Die Liste Pilz hat ganz bewusst mit Positionen kokettiert die im rechtslastigen Österreich populär sind und konnte sich damit auch der Unterstützung des rechts-außen Hetzblattes "Kronenzeitung" sicher sein. Sehr Aufschlussreich sind die Kommentare seiner Anhänger in den online-Foren. Da wird gefeiert, dass endlich einer gegen die "*Innen" etwas tut. Besonders populär das Auftreten gegen Migration. Wer auch immer auf den Erfolg der Liste Pilz schielt: Diesen Erfolg zu nutzen würde immer auch bedeuten, die Xenophben, Anti-Feministischen Anhänger dieser Liste mit zu bedienen.

Im Prinzip das selbe was auch die SP macht: Immer weiter nach rechts rücken anstatt der rechten Propaganda entsprechende Aufklärung entgegen zu setzen.

Ja, wer auf die Erfolge der Liste Pilz sieht der soll zu dieser Liste gehen oder soll der SP beitreten. Tschüss mit ü.

Echte Linke Politik muss genau da kompromisslos bleiben wo Pilz umgefallen ist: Wir brauchen bedingungslose Solidarität mit den schwächsten in der Gesellschaft: Das sind momentan die Asylsuchenden, die Flüchtlinge die im Mittelmeer ertrinken. Wir brauchen internationale Solidarität und internationale Zusammenarbeit um die globalen Probleme zu lösen. Wer sich über Heimat und Nation definiert und sich Anhand dieser Kategorien gegen Menschen aus anderen Ländern aufhetzen lässt hat in der Linken nichts verloren. Genau hier ist Aufklärungsarbeit notwendig.

Wenn einzelne Mitglieder der Liste Pilz dort abspringen wollen und sich klar und eindeutig von der rechten Positionierung distanzieren, dann spricht nichts dagegen sie in einem Linken Bündnis aufzunehmen. Die Liste als ganzes ist fundamental inkompatibel mit einer progressiven Linken. Mehr als die Proponenten der Liste sind es die Anhänger die mit ihrem Anti-Feminismus, Anti-Islamismus und ihrer Ablehung einer humanen Flüchtlingspolitik nicht in eine Linke Bewegung passen.

Wie erfolgreich eine solche Linke an der Wahlurne ist, ist letztlich nur Gradmesser dafür wie gut unsere Aufklärungsarbeit war.

Mit dem eklatanten Rechtsruck der Wiener-SP unter Ludwig ist jedenfalls wieder deutlich mehr Platz für eine echte Linke geworden.

Siehe auch: https://mosaik-blog.at/peter-pilz-k...

Franz Schäfer (mond), Februar 2018

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