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Pluralismus

Warum Pluralismus ein wichtiges Element jeder linken Organisation ist

Donnerstag 1. November 2018, von mond


Der moderne Kapitalismus erzeugt direkt und indirekt viele Probleme. Für viele Menschen werden dessen Widersprüche sichtbar. Allerdings sind die Perspektiven dabei sehr unterschiedlich. Nicht jede/r sieht alle Problem gleich stark und auch die Erklärungsmuster: Warum die Probleme vorhanden sind, sind nicht immer die selben.

Eine erfolgreiche Bewegung, muss an die verschiedenen Sichtweisen und Probleme andocken können und muss auch Platz für unterschiedliche Erklärungsmuster haben. Das bedeutet in keinem Falle eine "totale Beliebigkeit". Eine solche wäre auch nicht möglich, denn sehr rasch gerieten die unterschiedlichen Sichtweise in Konflikt miteinander. Was der eine Aktivist als Lösung sieht würde die Andere als Problem sehen und umgekehrt.

Für eine handlungsfähige Organisation ist es daher wichtig, dass die Sichtweisen bis zu einem gewissen Grad "kompatibel" sind. Es wird dann wohl nicht immer "Streitfragen" aber diese sollte kein großes Problem darstellen, solange man/frau sich in den wichtigen Fragen zu Zielen und Strategien einig ist. Im laufe der Zeit können manche diese Streitpunkte auch überwunden ist, in dem man, mit Hilfe partizipativer Methoden zu einer Gemeinsamen Sichtweise kommt.

Eine gemeinsame Position die aus der Synthese von, initial sehr unterschiedlichen Standpunkten entstanden ist, ist wesentlich stärker als eine die weniger "Know-How" inkludiert.

Es ist wichtig den Pluralismus als Stärke zu begreifen und nicht bloß als eine Notwendigkeit, um mit Unterschieden umgehen zu können. Die Stärke ist bereits vorhanden, solange die Unterschiede nur neben einander stehen: Schon das erlaubt Menschen mit unterschiedlichen Zugängen sich in die Organisation einzubringen. Die Stärke ist natürlich noch größer wenn es gelingt die neben einander stehenden Zugänge zu einem konsistenten Ganzen zu verbinden.

Interne Diskussion ist daher aus zwei Gründen wichtig: Um die gegenseitigen, unterschiedlichen Standpunkte zu kennen und um sie eventuell irgend wann auch zu überbrücken.

Ohne Pluralismus wird sich jede Organisation in Richtung Dogmatismus entwickeln und in letzter Konsequenz totalitären Wahrheitsanspruch entwickeln. Das ist unvereinbar mit einem kritischen Zugang der Voraussetzung für jeden Marxismus ist: "Man muss an allem Zweifeln"

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Organisiert euch! Aber Wie?

Franz Schäfer, Oktober 2018

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